Historie des Fahnenschwenkens

Der Anfang ...


... des Fahnenschwenkens läßt sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Damals galt das meist noch als "Fahnentragen" bezeichnete Fahnenschwenken den siegreichen Legionen und Feldherren, die aus dem Krieg nach errungenem Sieg heimkehrten. Aber auch ohne zu kämpfen, beispielsweise zu feierlichen Anlässen wurde zu Ehren des Kaisers, der Senatoren oder den Tribunen die Fahnen geschwenkt.
Auf den römischen Fahnen war meistens eine Wölfin abgebildet, die der Legende nach die beiden Brüder Remus und Romulus säugte.


Im Mittelalter ...


... gibt es die Vermutung, dass die Landsknechte oder auch die Ritter mit verschiedenen Kürprogrammen ein Unterhaltungsprogramm darboten. So entstanden aus der bisherigen Tradition regelrechte Wettbewerbe mit großem Unterhaltungswert. Man geht davon aus, dass die Bruderschaften diese Entwicklung aufgenommen haben. Aufzeichnungen aus dem Jahre 1403 belegen, dass Heinrich Schumäcker, beim Schützenfest in Aldekerk seine Fahne den Bürgern zur Schau stellte. Als Dank überreichte ihm der Herzog von Geldern eine silberne Tabakdose. Im Jülicher Land wird das Fahnenschwenken auf die Schützenbruderschaft aus Müntz zurückgeführt, die im Jahr 1830 diese
Tradition in ihre Statuten aufgenommen hatte.


mittelalterlicher Landsknecht
mit Schwenkfahne


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Fahnenschwenken für den Hl. Sebastianus


Sebastian war Hauptmann der Prätorianergarde am Hof des Kaisers. Er bekannte sich öffentlich als Christ und wurde, weil er Soldat war, von Kaiser Diokletian zum Tode durch Erschießen verurteilt.
Die Fahnenschwenker stellen mit ihren Figuren die Fesselung und Entfesselung des Heiligen Sebastianus dar.
Die Fahne ist das fesselnde Seil, welches zuerst von rechts und links um den Hals des Hl. Sebastianus geworfen wurde. Anschließend wurden beide Hände in den Nacken gebunden. Als sich die Seile zuzogen, wurde der Heilige rückwärts gegen einen Baum gedrückt. Die Bogenschützen hielten den ohnmächtigen Sebastianus für tot und ließen von ihm ab.
Seine Freunde bemerkten jedoch, dass er noch lebte und lösten seine Fesseln.
Das Führen der Fahne von den Beinen zum Kopf stellt diese Szene von ca. 290 nach Christus nach.

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