Chronik

Wenn sich im Mittelalter wehrfähige Männer zu Vereinigungen zusammenschlossen, um ihr Hab und Gut, ihre Frauen und Kinder zu schützen, so nannte man diese Vereinigungen Gilden oder Bruderschaften. Auch in der Zeit der Not, bei ansteckenden Krankheiten usw. leisteten diese Bruderschaften vorzügliche Dienste. Diese Bruderschaften stammten aus dem 12. bis 14. Jahrhundert und die meisten erst aus dem 15. Jahrhundert.
Die Gründung der meisten Bruderschaften ist dem Erzbischof Ruprecht aus Köln zu verdanken, der im Jahre 1475 im Erzstift Köln die Bruderschaften allgemein einführte, um überall und jederzeit wehrfähige Männer zur Verfügung zu haben. Nachforschungen ergaben, und das ist für die St. Remigius Bruderschaft von Unter-beberich von großer Bedeutung, dass die St. Remigius Bruderschaften am Niederrhein bereits seit dem 13. Jahrhundert bestehen. So dürfte wohl nicht daran zu zweifeln sein, dass auch die jetzige St. Remigius Bruderschaft von Unterbeberich um die Jahrhundertwende des Jahres 1600 oder etwas später gegründet wurde. Sie dürfte, wenn nicht alles täuscht, sogar älter sein, als die Jubiläumszahl sagt, denn wenn die St. Gereon Bruderschaft Rintger Männer, die ja aus der St. Remigius Bruderschaft hervorging, am 18. Juni 1960 ein 250-jähriges Jubelfest feierte, dann dürfte es doch wohl klar sein, dass die St. Remigius Bruderschaft schon lange Zeit vor 1710 zurückreichte.
Zur St. Remigius-Schützenbruderschaft gehörten alle Männer und Jungmänner von Ober- und Unterbeberich. Bei der Errichtung der St. Josefs- und St. Peter Pfarre trennten sich die Mannen von Oberbeberich von den Unterbeberichern und gründeten, da sie zur Pfarrgemeinde St. Peter kamen und nicht mehr zur Pfarrgemeinde St. Josef gehörten, eine neue Bruderschaft, die sich St. Hubertus Bruderschaft Oberbeberich nannte. Bei dieser Trennung der Oberbebericher Mitglieder von den Unterbebericher Mitgliedern wurde das Vermögen der bestehenden St. Remigius Bruderschaft geteilt. Die alte ehrwürdige Fahne verblieb in Unterbeberich, und das wertvolle historische Königssilber konnte zum größten Teil die neu gegründete Hubertusbruderschaft von Oberbeberich übernehmen.
Im so genannten 3. Reich wurden die Bruderschaften verboten. An ihre Stelle trat die Stadtschützengilde. Während des letzten Weltkrieges ruhte das Bruderschaftsleben völlig. Nach der Beendigung des Krieges wurde die St. Remigius Bruderschaft von den alten Mitgliedern wieder ins Leben gerufen. Diesen alten Bruderschaftlern ist es zu verdanken, dass die St. Remigius Bruderschaft eine der ersten in Viersen war, die nach dem Kriege wieder das Bruderschaftsleben aufblühen ließ. Die erste Generalversammlung nach dem Kriege fand im April 1948 im Lokal Willi Siemes statt. Der amtierende Vorsitzende H. Ströthoff leitete die Versammlung. Der Beitrag wurde auf 0,50 M und das Sterbegeld auf 40,- M festgelegt. Zur Stützung der Kasse wurden 624,- Mark gesammelt. Das Vereinslokal blieb Willi Siemes, der 1. Schriftführer war Th. Kremers.
Im Juni 1948 (nach der Währungsreform) wurde auf der General-versammlung beschlossen bei der Frühkirmes einen Umzug mit Musik durch die Sektion zu veranstalten. Bei dem anschließenden Frühschoppen gab es dann "Vollbier" und ein Schnäpschen. Dieses schmeckte allen besonders gut, weil man so lange darauf verzichten mußte. In der Folgezeit waren alle Aktiven bemüht, die Mitgliederwerbung zu verstärken, damit unsere Bruderschaft wieder eine große und starke Gemeinschaft werde. Seit dem Jahr 1949 wurde das Bruderschaftsleben im gesamten Stadtgebiet wieder lebendig. So nahmen wir am Festzug der St. Sebastianus Bruderschaft, Dorfer und Rintger Männer, sowie am Stiftungsfest der St. Josef Bruderschaft teil. Ebenfall im Jahre 1949 fand der erste Vogelschuss nach dem Kriege statt. Es wurde mit der Armbrust geschossen. Die Ehrenschüsse gaben der damalige OB Hermann Hülser und der geistliche Beirat Herr Kaplan Wittrock ab. Die Königswürde errang Hans Heyer. Als General fungierte Martin Lentzen, 1. Hauptmann war Hans Schmitz, 2. Hauptmann war Josef Kaum und 3. Hauptmann war Heinz Schmitz. Gleichzeitig feierte der Gesangverein "Frohsinn" sein 60-jähriges Jubelfest.
So vergingen die Jahre...... in unserer Bruderschaft herrschte ein reges Leben. 1957 stellte unsere Bruderschaft den Bezirksschützenkönig. Der inzwischen verstorbene Heinz Schmitz war der erste Bezirkskönig aus unserer Bruderschaft. Im Juni 1961 wurde die von der St. Remigius Bruderschaft gestiftete Glocke für unsere Kapelle durch den damaligen Herrn Pastor Dieckmann eingeweiht. Erstmalig erklang sie beim Schützenfest im Juli 1961.
Das 300-jährige Jubelfest feierten wir 1963. Ein harter Kampf um den Vogel war entbrannt. Nach dem 154. Schuss fiel dann der arg lädierte Vogel von der Stange. Joh. Ströthoff war der Meisterschütze und somit Jubelkönig. Heinrich Kleuckers wurde zum Generaloberst ernannt. Zum Auftakt dieses Jubelfestes wurde auch unsere Fahne geweiht. Im überfüllten Festzelt konnte der Präsident Hans Heyer u. a. als Ehrengäste den Schirmherrn OB Hermann Hülser, den geistlichen Beirat Herrn Pastor Lücke und den Dekanatsbrudermeister Hubertus Erkens herzlich begrüßen.
In den folgenden Jahren waren für unsere Bruderschaft viele Höhe-punkte zu verzeichnen. Sie alle aufzuführen würde den Rahmen einer Kurzchronik sprengen. Es seien hier nur einige aufgezählt:
Zum Stadtschützenfest 1968 stellte unsere Bruderschaft zum ersten Mal den Stadtschützenkönig. Es war Herbert Reif, unser derzeitiger Ehrenpräsident. Im vollgefüllten Saal des Hauses Markett übergab der Präses Pfarrer Lenze die Königskette an Herbert Reif.
Am 25. März 1969 schrieb die Westdeutsche Zeitung u. a. "Der Alte bleibt, Du kannst Dich drauf verlassen...... Fast ein Abonnement auf den Königstitel, denn H. Reif hat von 1967 - 1970 die Königswürde und -bürden zu tragen". Von 1970 - 1974 war Herbert Reif auch stellvertretender Bundesmeister unseres Stadtverbandes.
Im April 1976 wurde unser neues Pfarrzentrum Papst-Johannes eingeweiht. Etliche Mitglieder unserer Bruderschaft haben bei den Vorbereitungen zum Bau dieses Hauses mitgearbeitet. So waren verschiedene Bruderschaftler im Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und in verschiedenen Ausschüssen tätig und sind es auch noch heute. Das erste Schützenfest im Papst-Johannes-Zentrum fand im Jahre 1976 statt. Unermüdlich hat sich unsere Bruderschaft bei allen kirchlichen Feierlichkeiten aktiv beteiligt, sei es zu Fronleichnam, bei der Schlussfeier der Irmgardisoktav u.v.m. Ganz besonders aktiv sind unsere Mitglieder bei der Gestaltung der Pfarrfeste. Seit 1953 führt die St. Remigius Bruderschaft jährlich ein Fest für die älteren Bewohner (ab 70 Jahre) in unserer Sektion durch. Wir dürfen mit Stolz sagen, mit großem Erfolg.
Am 1. Mai 1982 übergab unsere Bruderschaft dem Papst-Johannes-Zentrum eine auf Initiative von Heinz Schmitz angeschaffte Marienstatue. Präsident Herbert Reif sagte in seiner Ansprache u. a.: "Vor einiger Zeit haben wir, die Mitglieder der St. Remigius Bruderschaft, Überlegungen angestellt, was wir zur Verschönerung unseres Gotteshauses beitragen könnten, wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, eine Marienstatue anfertigen zu lassen. Wir freuen uns, dass dieses Vorhaben so schnell in die Tat umgesetzt werden konnte. Ich darf Sie, verehrter Herr Dechant Stepkes bitten, die Marienstatue zu segnen."
Im April 1983 wurde dann nach langer Vorbereitung unser neuer Schießstand im Keller des Papst-Johannes-Zentrums eröffnet. Ein reges Leben begann nun und voller Stolz können wir auf gute Erfolge vor allem bei unseren Schüler- und Jungschützen verweisen. Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle unsere schönen Ausflüge, die wir in näherer und weiter Umgebung gemacht haben und machen werden. Erstmalig haben wir in 1987 ein Sommerfest veranstaltet, mit großem Erfolg, das inzwischen zu einem festen Bestandteil des Bruderschaftslebens geworden ist.

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